Datenschnorrer oder Familienforscher?

In vielen Listen gibt es immer wieder Diskussionen um die sogenannten “Datenschnorrer”. Es gibt Familienforscher, oder solche die es werden wollen, die sich in so ziemlich allen Listen und Foren anmelden, die ihr Suchgebiet betreffen. Zugegebenermaßen gehöre ich auch dazu. Zu 99% aller Listenbeiträge habe ich nichts zu sagen oder kann den Fragenden nicht helfen. Zu 90% kann mir bei meinen Fragen nicht geholfen werden. Was soll’s, das eine, bzw. die zehn Prozent sind mir wertvoll genug, um die Flut der Mails und Forenbeiträge zu lesen.

Es soll Leute geben, die die in Foren und Mailinglisten veröffentlichten Daten in ihre Datenbanken übernehmen und als eigene Ergebnisse im Internet veröffentlichen. Jedenfalls wird dies immer wieder behauptet. Bitte, wer tut sowas? Daten ohne jeden Zusammenhang übernehmen? Allein die Idee grenzt an Schwachsinn. Unter den vielen, die Datenbanken betreiben, gibt es zwei Typen, Jäger und Sammler. Sammler sammeln zuerst einmal alles, mitunter auch ohne jeden Zusammenhang, aber auf jeden Fall mit einer Notiz zur Quelle. Die Quelle ist für den Sammler extrem wichtig, denn nichts hasst er so sehr wie Lücken in der Sammlung. Die fehlende Briefmarke in einer Serie treibt den Briefmarkensammler genauso zum Wahnsinn, wie den Familienforscher eine fehlenden Generation. Aus fast jedem Sammler wird dann irgendwann der Jäger. Jedem Ansatz wird nachgejagt, bis die Lücke geschlossen ist.

Jeder Jäger und Sammler auf dem Gebiet der Genealogie wird seine Daten irgendwo veröffentlichen, allein schon aus dem Grund, die eigenen Lücken zu schließen. Er wird auch die Quellen angeben, um die Qualität seiner Sammlung zu steigern. Spätestens mit dem Zeitpunkt der Veröffentlichung im Internet inklusive der Quellen, kann man hier nicht mehr von “Datenschnorrern” reden.

Wer sind nun die wahren Datenschnorrer? Es sind doch wohl eher die, die jeden Tag in den diversen Foren nachfragen, wer hat einen Zugang bei Ancestry, bei Geneanet o. ä., wer hat die CD’s zum Geschlechterbuch u. s. w.

Solange diese Fragen einmalig bleiben, ist ja nichts dagegen zu sagen, wer will schon gerne viel Geld bezahlen für nur eine kleine Information, die vielleicht noch nicht mal enthalten ist. Wenn man aber in den Foren und Listen nachschaut, es sind im wesentlichen immer dieselben Personen, die nachfragen. Ein sehr gutes Beispiel findet man in diesem Thread: http://forum.ahnenforschung.net/showthread.php?t=17738.

Dies sind die Datenschnorrer. Sie sparen, wo sie können und am Ende werden die Informationen für die, die bezahlen wollen teurer, da sie zu Wenige sind, bzw. es rechnet sich für keinen Verlag mehr irgendein Buch herauszugeben, weil es nur wenige kaufen, die dann auch noch so dusslig sind, allen anderen Kopien davon zu machen.

Diese Datenschnorrer und diejenigen, die ihnen so bereitwillig immer wieder Auskunft geben, verderben letztlich die Preise für die vielen “Dummen”, die noch bereit sind, für eine Information zu bezahlen.

Ich möchte hier kein Plädoyer dafür halten, keine Information weiterzugeben. Wenn aber jemand zum zehnten Mal nach Daten bei Ancestry, Geneanet o. ä. fragt, dann werde ich skeptisch, dann sollte er schon das Geld aufbringen und selber nachsehen.

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