Ahnenforschung im Verein?

Jeder Familienforscher kommt irgendwann an den Punkt, an dem er entweder alleine nicht mehr weiterkommt oder einfach Stellen sucht, um seine Ergebnisse auszutauschen oder zu veröffentlichen. Nun gibt es im Zeitalter des Internets viele Möglichkeiten für diese Fälle. Es gibt soziale Netzwerke für den Austausch und die Darstellung der eigenen Person, freie und kostenpflichtige Anbieter von Datenbanken, bei denen man die eigenen Ergebnisse mehr oder weniger ansprechend einspielen und veröffentlichen kann. Beispiele hierfür sind Ancestry.de, Geneanet, MyHeritage, Rootsweb, Verwandt.de oder auch die Kirche Jesu Christi der Heiligen der letzten Tage. Bei diesen Datenbanken stehen die eingespielten Daten wie bei Rootsweb und Familysearch allen Nutzern auch ohne Anmeldung offen, bei anderen können die Freigabe der Daten durch den Benutzer gesteuert werden.

Eine der ältesten und auch im Zeitalter des Internets immer noch aktuelle Form der Zusammenarbeit ist allerdings die Familienforschung im Verein. Fast in jeder Region gibt es regionale Vereine von Familienforschern. Einen guten Überblick gibt es im Portal Vereine auf der Seite des Vereins für Computergenealogie.
Allen Vereinen gemein ist, dass der Familienforscher hier auf Gleichgesinnte trifft, Ergebnisse austauschen, Erfahrungen austauschen und Hilfestellung erfahren kann. Darüber hinaus bieten viele Vereine regelmäßige Veröffentlichungen an, die im Beitrag enthalten sind. Dies ist zugleich einer der attraktivsten Vorteil der Mitgliedschaft, hier können die Forschungsergebnisse in der Vereinsliteratur oft kostenlos veröffentlicht werden und bleiben so der Nachwelt erhalten und erfahren eine Verbreitung, die auch im Internet nur schwer zu erreichen ist. Beispiele für solche Veröffentlichungen sind die entsprechenden Zeitschriften und Bücher des Herold, die Schriftenreihe der AMF oder die Zeitschrift und das Jahrbuch der Brandenburgischen Genealogischen Gesellschaft.
Durch die Einnahmen aus den Mitgliedsbeiträgen, Spenden u. ä. sind die Vereine meist auch in der Lage, umfangreiche Bibliotheken und Archive zu betreiben. Die dort verwahrte Literatur ist oft in öffentlichen Bibliotheken nicht oder nur selten vorhanden, da die Veröffentlichungen von Familienforschern nie den Weg in den Buchhandel gefunden haben, sondern nur in geringer Stückzahl gefertigt wurden. Beispiele hierfür sind das Ahnenreihenwerk von Fritz Fischer oder auch die vielen Stammtafeln schlesischer Familien von Ekkehart Neumann-Reppert. Diese Werke werden von den Vereinen bewahrt und einer interessierten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. In vielen Fällen sind die Bibliotheken öffentlich zugänglich, so zum Beispiel die Bibliothek des Herold in Berlin bzw. sie sind öffentlichen Bibliotheken angeschlossen und werden durch diese betrieben wie zum Beispiel die Bibliothek des “Roten Adler” in Potsdam.
Darüber hinaus bieten viele Vereine noch ein mehr oder weniger reichhaltiges Angebot im Internet parat, was mitunter nur den Mitgliedern zugänglich ist, so zum Beispiel die Aktion Forscherkontakte, das genealogische Ortsverzeichnis, Literatur- und Artikeldatenbanken. Viele Vereine haben eine Bezug zu bestimmten Regionen, andere sind überregional aufgestellt, wie der Herold oder der Verein für Computergenealogie. Bezug zur Region heißt aber nicht, dass hier nur aufgenommen wird, wer in der Region wohnt, sondern diese Vereine haben es sich zur Aufgabe gemacht, die Familienforschung für diese Regionen voranzutreiben und weitere regionale Quellen zu erschließen und zugänglich zu machen. Das Vereinsleben selbst ist stark abhängig von der regionalen Zusammensetzung der Mitglieder. Ist diese weit gestreut, so wird sich das Vereinsleben im wesentlichen auf einzelne Mitgliederversammlungen beschränken. Daneben werden aber auch viele lokale Treffen und themenbezogene Veranstaltungen organisiert. Hier gibt das Portal genealogische Veranstaltungen einen guten Überblick. Überregionale Veranstaltungen, wie der Deutsche Genealogentag, das Regionaltreffen Brandenburg oder auch die Norddeutsche Computer-Genealogiebörse werden oft von mehreren Vereinen organisiert und finden jährlich statt.
Um dieses Angebot aufrecht zu erhalten und auszuweiten, sind die Vereine natürlich auf Mitglieder angewiesen, die den Verein mit Leben erfüllen. Ich hoffe ich konnte ein wenig Interesse an den Genealogievereinen wecken. In loser Reihe werde ich hier einige Vereine vorstellen. Vereine, die sich selber vorstellen wollen, können dies natürlich mit einem Gastbeitrag tun.

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