{"id":177,"date":"2009-11-25T23:23:44","date_gmt":"2009-11-25T22:23:44","guid":{"rendered":"http:\/\/test.dirkpeters.net\/?p=177"},"modified":"2018-09-29T21:12:18","modified_gmt":"2018-09-29T19:12:18","slug":"lorenz-christoph-von-somnitz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dirkpeters.info\/?p=177","title":{"rendered":"Lorenz Christoph von Somnitz"},"content":{"rendered":"<p>Aus meiner Vorfahrenliste<\/p>\n<p>Lorenz Christoph von Somnitz<\/p>\n<p>* 30.09.1612 Neustettin<br \/>\n\u2020 16.02.1678 Nimwegen<\/p>\n<p>Vater: Peter II. von Somnitz<br \/>\nMutter: Dorothee von Westeregeln<\/p>\n<p>Ehefrauen<\/p>\n<ol>\n<li>Dorothea von Kleist<\/li>\n<li>Ida Erdmuthe von Krockow<\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align:justify\">Lorenz Christoph v. S., brandenburgischer Staatsmann des 17. Jahrhunderts. Er entstammt einer altadeligen, in Hinterpommern ans\u00e4ssigen Familie und wurde am 30. September 1612 geboren. Seine Bildung erhielt er auf den Schulen von Colberg und Thorn und auf den Universit\u00e4ten K\u00f6nigsberg und Wittenberg. Den Abschlu\u00df seiner Studienjahre bildete die bei den meisten jungen Edelleuten damals \u00fcbliche gro\u00dfe Reise ins Ausland, die ihn nach den Niederlanden, England und Frankreich f\u00fchrte. 1637 nach Hause zur\u00fcckgekehrt trat er in den Staatsdienst seiner Heimath ein und bekleidete den Posten eines Hauptmannes von Neustettin als Hinterpommern und Camin im Westf\u00e4lischen Frieden Brandenburg zugesprochen wurden. Mit Freuden begr\u00fc\u00dfte er diese Entscheidung \u00fcber das Schicksal seines engeren Vaterlandes und zeigte sich schon w\u00e4hrend der langwierigen, in Stettin zwischen den brandenburgischen und schwedischen Commissaren gef\u00fchrten Verhandlungen \u00fcber die Grenzregulierung im Interesse Brandenburgs th\u00e4tig. Nachdem er bei der Einsetzung der brandenburgischen Regierung f\u00fcr Hinterpommern im Jahre 1653 in seiner Charge als Rath und Hauptmann best\u00e4tigt worden war, lenkte er die Aufmerksamkeit des gro\u00dfen Kurf\u00fcrsten in so hohem Grade auf sich, da\u00df er am 9. Januar 1654 &#8222;aus dem zu ihm habenden gn\u00e4digsten Vertrauen und in Erw\u00e4gungseiner Uns wohlbekannten Geschicklichkeit&#8220; zum geheimen Rath ernannt wurde. Mit einem Sprung zur h\u00f6chsten Staffel des Beamtenthums bef\u00f6rdert, entfaltete S. in seiner neuen Stellung bald eine sehr vielseitige Th\u00e4tigkeit. Sie galt zun\u00e4chst vornehmlich der ausw\u00e4rtigen Politik. Nur wenige der in den folgenden Jahren, besonders w\u00e4hrend des schwedisch-polnischen Krieges gef\u00fchrten diplomatischen Verhandlungen vollziehen sich ohne seine Mitwirkung, sei es, da\u00df er als Mitglied des Geheimen Rathes sein Gutachten \u00fcber die schwebenden Fragen abgab, sei es, da\u00df er als Bevollm\u00e4chtigter oder gesandte die kurfstl.e Politik vertrat. So finden wir ihn im November und December 1655 im Feldlager Karl Gustav&#8217;s von Schweden in Thorn und Riesenburg, im August 1657 bei dem polnischen General Gonsiewsky, mit dem er den Waffenstillstand von Wierzbolowa abschlo\u00df. Im September 1657 unterzeichnete er den Vertrag von Wehlau, wohnte im November d. J. den Verhandlungen zu Bromberg, im Januar und Februar 1658 denjenigen zu Berlin mit den Abgesandten Leopold&#8217;s von Oesterreich bei, begleitete den Kurf\u00fcrsten im Winter 1658\/59 nach J\u00fctland, ging im Sommer 1659 als Gesandter nach Kopenhagen und Warschau und nahm schlie\u00dflich an den Friedensverhandlungen in Oliva theil. In der f\u00fcr Brandenburg so bedeutungsvollen Krisis dier bewegten Kriegsjahre zeigt sich S. als ein eifriger Gegner Schwedens. Den Grund zu dieser Feindschaft mochte die schroffe und widerrechtliche Haltung der Schweden in der pommerschen Frage gelegt haben. In dem Erstarken der nordischen Macht unter der k\u00fchnen F\u00fchrung Karl Gustav&#8217;s sah er aber auch eine schwere Gefahr f\u00fcr Brandenburg. Das Ziel der schwedischen Politik schien ihm kein geringeres zu sein, als die Ausrichtung einer Universalmonarchie \u00fcber die Protestanten, \u00e4hnlich derjenigen, die Spanien \u00fcber die katholischen M\u00e4chte angestrebt hatte. Solche Anschauungen blieben unter den Diplomaten nicht verborgen und trugen ihm ebensosehr den Has\u00df des schwedischen wie das Wohlwollen des polnischen Hofes ein. Letzters erhielt einen offenen Ausdruck in der Verleihung des polnischen Indigenats f\u00fcr S. und seine Kinder beiderlei Geschlechts. Die zw\u00f6lf Friedensjahre, welche dem Frieden von Oliva folgten, seine F\u00e4higkeiten auch auf dem Gebiet der inneren Verwaltung zu verwerthen. Schon am 9. Januar 1656 war er nach dem Tode Runge&#8217;s zum Kanzler von Hinterpommern ernannt worden. Nach der Einverleibung von Lauenburg und B\u00fctow wurde er zum Oberhauptmann dieser Lande bestellt. Die pommerschen Regierungsangelegenheiten gehen fortan durch sein Hand. Er hielt sich jedoch nur zeitweise in Colberg auf, wo er mit dem Statthalter Hzg. Bogislaw von Croy auf gespanntem Fu\u00dfe stand und nahm als Mitglied des Geheimen Rathes an der Centralverwaltung des Staates in Berlin theil. Ueber die Einzelheiten dieser Th\u00e4tigkeit ist noch wenig bekannt. Wir wissen nur, da\u00df er zu diplomatischen Gesch\u00e4ften herangezogen wurde und da\u00df er mit den m\u00e4rkischen St\u00e4nden \u00fcber die Reform des Creditwerks und der Kirchenverfassung verhandelte. In Abwesenheit Schwerin&#8217;s mochte er diesen wohl in dem Vorsitz des Geheimen Rathes vertreten, ohne jedoch, wie behauptet worden ist, officiell zum Pr\u00e4sidenten oder Vicepr\u00e4sidenten des Geheimen Rathes ernannt worden zu sein. Die kriegerischen Verwicklungen der 70er Jahre lassen seine diplomatische Th\u00e4tigkeit wieder mehr in den Vordergrund treten. So schlo\u00df er im December 1673 zusammen mit Otto von Schwerin das schwedische B\u00fcndni\u00df, im April 1674 den Vertrag mit dem Pfalzgrafen von Neuburg \u00fcber die Candidatur des Erbprinzen Johann Wilhelm bei der polnischen K\u00f6nigswahl und im Juli 1674 das B\u00fcndni\u00df mit dem Ks., Spanien und Holland gegen Frankreich ab, zog mit dem Kurf\u00fcrsten ins Feld und wurde 1676 als Gesandter nach Nymwegen geschickt, wo er w\u00e4hrend der Friedensverhandlungen am 26. Februar 1678 starb.<\/p>\n<p>Der gro\u00dfe Kfst. hat das Vertrauen, welches er S. durch seine Berufung in den Geheimen Rath erwies, nie zu bereuen gehabt. Er sch\u00e4tzte ihn hoch wegen seiner Rechtlichkeit, Zuverl\u00e4ssigkeit und Geschicklichkeit und weiht ihn mehrfach ein seine geheimen Pl\u00e4ne ein, die er den anderen R\u00e4then vorenthielt. Seinem Dank f\u00fcr die vielen, treu geleisteten Dienste gab er au\u00dfer den schon erw\u00e4hnten Bef\u00f6rderungen noch dadurch Ausdruck, da\u00df er S. 1655 zum Erbk\u00e4mmerer von Hinterpommern und Camin ernannte und ihm 1675 die Domprobstei zu Colberg \u00fcbertrug. Alle von S. verfa\u00dften Gutachten zeichnen sich durch Klarheit und Gr\u00fcndlichkeit aus. &#8222;Ich bezeuge mit Gott&#8220;, schreibt er einmal, &#8222;da\u00df ich in allen Bedenken, so ich unterth\u00e4nigst abgebe, zuv\u00f6rderst sehe 1. auf Gottes Ehre, 2. der christlichen Kirchen Wohlfahrt, 3. Ew. Chl. Dchl. hohe Reputation, 4. Dero Chl. Hauses und lieben Nachkommen Aufnehmen, 5. Dero Lande bestes&#8220;. Die Reihenfolge dieser Punkte ist charakteristisch f\u00fcr ihn. Er war nicht nur ein patriotischer Staatsmann, sonder auch ein \u00fcberzeugungstreuer evangelischer Christ, durchdrungen von der Bedeutung Brandenburgs als protestantischer Vormacht in Deutschland. Mit Waldeck und Schwerin kann er sich weder an Genialit\u00e4t und K\u00fchnheit, noch an Einflu\u00df und Bedeutung messen. Den Stempel seiner Pers\u00f6nlichkeit hat er der brandenburgischen Politik nicht aufgedr\u00fcckt, aber im Kreise der \u00fcbrigen Rathgeber des Kurf\u00fcrsten, eines Blumenthal, Friedrich von Jena, Canstein, Meinders u. a. behauptet er einen ehrenvollen Platz. Gleich ihnen hat er zur Begr\u00fcndung und zum Ausbau des brandenburgisch-preu\u00dfischen Staates sein redlich Teil beigetragen.<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/mdz10.bib-bvb.de\/~db\/bsb00008392\/images\/index.html?seite=619\" target=\"_blank\">Allgemeine Deutsche Biographie, Historische Commisson bei der k\u00f6nigl. Akademie der Wissesenschaften (Herausgeber), (Leipzig, Verlag Duncker und Humblot), Bd. 34 S. 617 ff<\/a>.<\/p>\n<p>Weitere Angaben zur Genealogie finden sich in der <a href=\"https:\/\/datenbank.dirkpeters.info\/getperson.php?personID=I61619&amp;tree=GenealogiePeters\" target=\"_blank\">Datenbank<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aus meiner Vorfahrenliste Lorenz Christoph von Somnitz * 30.09.1612 Neustettin \u2020 16.02.1678 Nimwegen Vater: Peter II. von Somnitz Mutter: Dorothee von Westeregeln Ehefrauen Dorothea von Kleist Ida Erdmuthe von Krockow<\/p>\n<div><a href=\"https:\/\/dirkpeters.info\/?p=177\" class=\"exp-read-more exp-read-more-underlined\">Read More<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"jetpack_post_was_ever_published":false,"_jetpack_newsletter_access":"","_jetpack_dont_email_post_to_subs":false,"_jetpack_newsletter_tier_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paywalled_content":false,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":"","_links_to":"","_links_to_target":""},"categories":[22],"tags":[24,8,27,54],"class_list":["post-177","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-genealogien","tag-adel","tag-biographie","tag-genealogien","tag-somnitz"],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p8HCXc-2R","jetpack-related-posts":[{"id":171,"url":"https:\/\/dirkpeters.info\/?p=171","url_meta":{"origin":177,"position":0},"title":"Ritter, Domherren und Obristen","author":"dirkpeters","date":"24. 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